Für eine pro-aktive Einbürgerungspolitik!

Mittwoch, 21. Juli 2010
Daniela Kolbe

Mehr Einbürgerungen - so lautet die Konsequenz aus den Ergebnissen der OECD Studie Internationaler Migrationsausblick 2010. Die ohnehin bescheidene Einwanderung nach Deutschland sinkt weiter und die Einbürgerungszahlen befinden sich auf einem unvertretbar niedrigem Niveau. 

Die OECD Studie belegt eindringlich den Zusammenhang von Arbeitsmarkterfolg und der Staatsbürgerschaft: Eingebürgerte Zuwanderer profitieren von geringeren Arbeitsmarkthemmnissen, einer Abnahme von Diskriminierung und einer erhöhten Mobilität, so die Studie.

„Einbürgerungsbarrieren, wie die Optionsregelung gehören daher abgeschafft. Zudem sollte aktiv für die Einbürgerung bei den Einwanderern, die bereits die Einbürgerungsvoraussetzungen mitbringen, geworben werden. Dazu brauchen wir in Deutschland eine Willkommenskultur, die Menschen dazu einlädt sich für die deutsche Staatsbürgerschaft zu entscheiden“, so Kolbe, die damit ihre Forderungen aus der Bundestagsdebatte vom 8. Juli bekräftigt.

Für eine offensive Einbürgerungs- und Migrationspolitik sprechen ökonomische, demokratische und sozialpolitische Faktoren:
Aus ökonomischer Perspektive ist ein Gesetz zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse überfällig, ebenso wie der Abbau der Hürden zur dauerhaften Niederlassung für internationale Studierende in Deutschland- sie bilden ein wichtiges Reservoir hochqualifizierter Arbeitsmigranten. Demokratisch braucht es eine proaktive  Einbürgerungspolitik, um dem wachsenden Mißverhältnis von Wahlberechtigten und Wohnbevölkerung entgegen zu wirken. Sozialpolitisch trägt die Einbürgerung zum Abbau struktureller Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt bei und steht damit auch im Interesse der Wirtschaft und der Sozialsysteme.


Bild: ©Dieter Schütz/www.pixelio.de

Zur Übersicht