Mein Tag im Städtischen Klinikum St. Georg
Am ersten März hatte ich Gelegenheit ein Schicht in der akutgeriatrischen Klinik des kommunalen Krankenhaus St. Georg in Leipzig zu begleiten. Von 6:30 Uhr bis 14:30 Uhr konnte ich so den Alltag der Klinik miterleben. Einer Klinik, die sich auf die Behandlung mehrfach erkrankter sehr alter Menschen spezialisiert hat.
Der Ansatz einer akutgeriatrischen Klinik unterscheidet sich von dem anderer Kliniken. Die Lebensqualität der Patienten möglichst wieder her zu stellen und zu erhalten steht im Mittelpunkt, manchmal geht es dabei auch darum, ein Medikament nicht zu geben. Stattdessen arbeiten auf der Station Ärzt/-innen, Pflegekräfte, Ergotherapeut(-inn)en, Physiothereapeut(-inn)en, Psycholog(-inn)en und Sozialarbeiter/-innen Hand in Hand, um die Patient(-inn)en möglichst schnell wieder zu mobilisieren und darauf hin, dass sie Alltagsfähigkeiten wieder erlangen. Auch die Frage, in welche Umgebung die älteren Menschen entlassen werden, wird stets mit bedacht und mitunter auch Organisatorisches, etwa Pflegestufenänderungen oder Umzüge in ein Pflegeheim erledigt.
Mich hat der Tag und der Ansatz der Klinik sehr beeindruckt. Ich habe ein junges, engagiertes Team erlebt, das alles für das Wohlbefinden der Patient(-inn)en tut und dabei oft physisch und psychisch belastenden Situationen ausgesetzt ist. Als Politikerin war für mich besonders interessant zu sehen, wie politische Entscheidungen an der Basis wirken, sei es in der Frage der Patientenverfügungen, die sehr positiv aufgenommen wird und als Hilfe für die Ärzte empfunden wird oder der Erhöhung des Renteneintrittsalters, die gerade von den Pflegekräften verständlicherweise mit großer Sorge gesehen wird.
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