Rot-Rot-Grüne Gleichstellungspolitik? Diskussion in der Frauenkultur
„Vertrauen schaffen und gemeinsame politische Projekte gesellschaftlich vorbereiten“, das sind laut Daniela Kolbe die wichtigsten Ziele der Runde von Politiker(inne)n aller drei Oppositionsparteien, die sich unter dem Titel „Das Leben ist bunter“ zur Diskussion zusammenfinden.
Auch in Leipzig soll es nun eine solche Diskussionsrunde geben. Aus diesem Grund fanden sich am Donnerstagabend in den Räumen des Frauenkultur e.V. neben der Sozialdemokratin Kolbe auch die Leipziger Abgeordneten Dr. Barbara Höll (Die.LINKE) und Monika Lazar (Bündnis 90/Die Grünen) zusammen, um über moderne Gleichstellungspolitik zu diskutieren.
Vor etwa 30 interessierten Frauen und Männern tauschten sich die drei Politikerinnen untereinander und mit dem Publikum über bestehende Ungleichheiten und notwendige Reformen aus. Als wichtigste frauen- und gleichstellungspolitische Herausforderungen wurden unisono die Reform des Niedriglohnssektors genannt, in denen überwiegend Frauen arbeiten, sowie die Einführung einer Frauenquote in der Privatwirtschaft und die Abschaffung von staatlichen Subventionsinstrumenten für die Hausfrauenehe wie dem Ehegattensplitting. Aber auch gängige Rollenbilder und Klischees in Medien und Gesellschaft, die junge Frauen auf eine bestimmte Verhaltenserwartungen und entsprechende Karriere- und Lebenswege festlegen, gilt es zu hinterfragen.
Von den Anwesenden wurde betont, dass ein gemeinsamer Diskurs über zentrale Reformprojekte unverzichtbar ist, wenn Rot-Rot-Grün mehr sein soll als eine reine Machtoption unter vielen. Der Weg dahin ist noch weit, gibt es doch in Fragen der Außenpolitik, Wirtschafts- und Sozialpolitik oder Geschichtsaufarbeitung oft noch beträchtliche Unterschiede zwischen den drei Parteien. Deshalb wird die Diskussion um das „buntere Leben“ auch in Leipzig weitergehen. Die nächste, sicherlich kontroversere Runde wird am 4. November zum Thema „Arbeitsmarktpolitik“ stattfinden.
