Zehn Jahre Krieg in Afghanistan - Daniela Kolbe diskutiert über umstrittenen Auslandseinsatz
Am 7. Dezember 2011 luden die drei Leipziger Bundestagsabgeordneten Daniela Kolbe (SPD), Monika Lazar (Bündnis90/Die Grünen) und Dr. Barbara Höll (Die Linke) zu ihrer gemeinsamen Veranstaltungsreihe „Das Leben ist bunter!“ in das Dietrich-Bonhoeffer-Haus ein.
In der der sechsten Veranstaltung dieser Reihe wurde das Thema „Zehn Jahre Krieg in Afghanistan – zehn Jahre deutscher Auslandseinsatz, zehn Jahre kaum Fortschritte“ diskutiert. Unter anderem ging es um Fortschritte seit der Militärintervention, den Sinn dieses Einsatzes und die Lehren, die Deutschland aus diesem Auslandseinsatz ziehen sollte.
Zunächst machten die drei Abgeordneten ihren jeweiligen Standpunkt deutlich. Daniela Kolbe stellte klar, dass sie jeglichen kriegerischen Handlungen sehr kritisch gegenüberstehe und „den Kurs der SPD-Bundestagfraktion zum Thema Afghanistan nicht mittragen kann. Der militärische Einsatz,“ so Kolbe, „bringe keine substanzielle Verbesserung. Es gehe vielmehr darum, den zivilen Wiederaufbau voranzutreiben. Der Staat müsse handlungsfähig gemacht werden mit festen und verlässlichen Strukturen. Diese müssen im ganzen Land demokratisch legitimiert sein. Dadurch werden auch von der Bevölkerung getragen. Die Erfahrung zeigt, dass eine Intervention mit militärischen Mitteln von oben keinen Erfolg bringt - ganz im Gegenteil.“
Die etwa 35 anwesenden Gäste stiegen direkt in die Diskussion mit ein. Dabei berichtete ein Diskussionsteilnehmer von der mangelnden Akzeptanz der ausländischen Militärkräfte. Er war selbst in Afghanistan und hat dort viele Jahre gelebt. Allein schon die fehlenden Sprachkenntnis der Militärs machen sie unbrauchbar, um eine wirklich Verbesserung der Lage herbeizuführen, weil sie einfach nicht die Probleme der Menschen erfahren können. Hitzig wurde über den Lösungsansatz der ISAF-Truppen diskutiert, der mit einem militärischen Macht- und Gewaltgebrauch einhergeht. Daniela Kolbe stellt in diesem Zusammenhang klar, dass dies genau der Knackpunkt für sie ist, an dem sie ihre Entscheidungen in Bezug auf Afghanistan misst: „Gewalt kann keinen Frieden herbeiführen, das schließt sich aus.“
Foto: Steffen Klötzer (Dr. Barbara Höll, MdB)
