Kolbe und Tiefensee: Leipzig darf nicht abgehängt werden

Freitag, 12. März 2010
Daniela Kolbe

Die beiden Leipziger SPD-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Tiefensee und Daniela Kolbe weisen die geplanten Einschnitte der Deutschen Bahn beim ICE-Verkehr in Sachsen und Leipzig als inakzeptabel zurück.

Sollten tatsächlich mit dem Fahrplanwechsel im Dezember die ICE-Züge auf den Strecken Frankfurt/Main-Leipzig-Dresden und Berlin-Leipzig-München nicht mehr im Stundentakt verkehren, und die schnelle Nord-Süd-Verbindung über Halle und nicht mehr über Leipzig führen, so hätte dies schwerwiegende Konsequenzen für Sachsen als Wirtschaftsregion und für Leipzig als Wirtschaftsstandort und Verkehrsdrehkreuz.

Leipzig als bevölkerungsreichste Stadt und eines der wichtigsten Wirtschaftszentren Ostdeutschlands, sowie als wichtigster Verkehrsknotenpunkt der Metropolregion Mitteldeutschland, ist auf die effektive Anbindung durch den Schienenverkehr angewiesen. Der mühsame Aufbau der Infrastruktur seit 1989 und die intensiven Bemühungen um Leipzig als Logistikdrehscheibe nicht nur Ostdeutschlands, sondern auch der Nachbarstaaten, würden ad absurdum geführt, wollte die Deutsche Bahn nun den Freistaat wegen technischer Probleme bei ihrer Schnellzugflotte von ihrem ICE-Netz abkoppeln.

Ebenso gefährdet durch die geplanten Maßnahmen der Bahn wäre der sächsische Regionalverkehr, der gerade in nach wie vor strukturell schwachen Regionen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unverzichtbar ist.

Wirtschaftliche Stabilität wird bedingt durch entsprechende infrastrukturelle Anbindung, Investition in die Infrastruktur bedeutet daher auch eine unmittelbare Investition in die Zukunft. Es ist unabdingbar, dass der Zeitraum bis 2019 genutzt wird, um den notwendigen Beitrag zur wirtschaftlichen und infrastrukturellen Entwicklung und Stabilität Ostdeutschlands zu leisten. Die Verantwortlichen in Bund und Ländern, insbesondere Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer sowie der sächsische Wirtschafts- und Verkehrsminister Sven Morlok, sind nun dazu aufgerufen, diesem Anspruch gerecht zu werden, um diese wirtschaftlich unverantwortliche, kurzsichtige und unkluge Entscheidung der Bahn zu verhindern.


Bild: © Tom Arnold/Pixelio.de

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